Von der Waldroute bis zur Königsklasse – was mich am Laufen fasziniert!

Als Tochter einer Sportwissenschaftlerin und eines Fussballtrainers war ich schon von Kindesbeinen an immer in Bewegung. Sport wurde und wird in unserer Familie groß geschrieben, was sogar bis auf meine Großeltern zurückgeht. Während es meine Großmutter nämlich stets zu den Pferden zog, war mein Großvater meist auf dem Tennisplatz zu finden.


Ich für meinen Teil gehe ebenfalls mehreren Sportarten nach. Vor allem der Pferde- aber auch der Laufsport begeistern mich. 2016 habe ich erstmals einen ganzen Marathon in Angriff genommen. Diese 42 Kilometer-Rennen werden in Läuferkreisen oft als „Königsklasse“ bezeichnet. Eines wusste ich jedenfalls nach meiner Premiere: Von den „Königen“ der Klasse bin ich noch weit entfernt. Ich erinnere mich vor allem noch an die Situation, als ich die 21-Kilometer-Marke geknackt habe. Auf dem großen Screen am Rand der Strecke erschienen die Sieger, die gerade durch die 42-KM-Ziellinie liefen. Ich hatte damals noch knappe zwei Stunden Lauf vor mir. Zwei Stunden, die mich von eben dieser „Königsklasse“ trennen. Meine restliche Laufzeit habe ich damals genutzt, um mir zu überlegen, warum ich das eigentlich mache. Warum laufe ich? Auf folgende Antworten bin ich damals gekommen:

Ob früh morgens durch den Wald...
Ob früh morgens durch den Wald…

1. Kopf-Freiheit!
Wenn ich laufe, fange ich an zu vergessen. Ich vergesse, was ich heute noch erledigen muss, was mich beschäftigt und welche Herausforderungen mich in Zukunft erwarten. Ich vergesse, worüber ich mich geärgert habe und was mich oft zum Grübeln bringt. Als würde sich mein Kopf mit jedem meiner Laufschritte ein wenig mehr leeren, genieße ich auf meinen Laufrouten die völlige Stille meiner Gedanken. Geschrieben habe ich über diese Gefühle bereits in meinem Blogbeitrag zum Flow-Zustand.

...oder gemeinsam mit tausenden Läufern beim Marathon..
…oder gemeinsam mit tausenden Läufern beim Marathon – der „Königsklasse“!

2. Körper-Gefühl!
Je weniger Gedanken sich in meinem Kopf tummeln, desto mehr spüre ich meinen Körper. Ich spüre bei meinen Läufen ganz genau, wie sich meine Muskeln bei jedem Schritt anspannen, wie meine Arme an meinen Seiten mit den Bewegungen mitbaumeln und wie meine Knie sich anwinkeln, damit meine Beine Kilometer für Kilometer hinter sich lassen können. Beim Laufen genieße ich mein gesamtes Körper-Gefühl bewusster denn je.

3. Fokus-Veränderung
Wenn ich laufe, konzentriere ich mich mal nach „innen“ (auf meinen Körper), mal nach „außen“ (auf meine Umwelt). Das bedeutet, ich wechsle die Perspektive, während ich Kilometer für Kilometer zurück lege. Nehme ich beispielweise einen Marathon in Angriff ist es gar nicht so einfach, sich 42 Kilometer lang aufs Laufen zu konzentrieren. Die Konzentration ist aber wichtig, da sonst ab einem gewissen Zeitpunkt Zweifel, negative Selbstgespräche und damit Erschöpfung einsetzen. Daher habe ich gelernt, meine Perspektive auf langen Strecken immer wieder zu wechseln. Mehr dazu, wie ich meine Perspektiven ähnlich einem „Scheinwerfer“ ändere, gibts dann in meinem nächsten Blogbeitrag!

4. Weltherrschafts-Gefühl
Ganz egal, ob ich morgens durch den Wald laufe oder gemeinsam mit tausenden von anderen Läufern an einem Marathon teilnehme: Dieses „Weltherrschafts-Gefühl“, wie ich es beschreiben würde, erfahre ich beim Laufen immer!

Und übrigens: Meine letzten beiden Marathon habe ich erfolgreich beendet, im Frühjahr 2017 sogar die mir vorgenommene 4-Stunden-Marke geknackt und auch nach diesen Königsklassen noch Spaß an „kopflosen“, „körperbewussten“ Weltherrschafts-Waldläufen!

Buchtipp: Haruki Murakamis "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" (2010)
Buchtipp: Haruki Murakamis „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ (2010)

Mein Buch-Tipp an dieser Stelle ist Haruki Murakamis „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ (2010; Taschenbuch)

Über mich
Ursprünglich aus dem Pferdesport kommend, habe ich bereits früh meine Leidenschaft für die Sportsychologie und das mentale Training entdeckt. Nach meinem Studium der Psychologie habe ich mich daher für eine Spezialisierung im Bereich Sportpsychologie entschieden. Als aktive Springreiterin und Marathonläuferin weiß ich, wie wichtig ein klarer Kopf, starke Nerven und ein ausgeglichenes Wesen beim Sport sind. Alle weiteren (mentalen) Themen, die ich im Sport als wichtig erachte, präsentiere ich euch jede Woche in meiner Kolumne.

Solltet ihr noch Fragen zu meiner Person oder meinen Leistungen haben, könnt ihr mich gerne unter johanna@mentalsportsconsulting.com kontaktieren! Ich freue mich auch über euren Besuch auf meiner Webseite und auf meinen Social Media Kanälen!

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