Dealing with the „shitty days“ – Von Sinn & Grenzen beim Tiroler Tag der Sportpsychologie

“Was muss passieren, wenn der Flow abreißt?”, diese Frage stellt Christopher Willis, Begründer und Ausbilder des Center of Mental Excellence zum Auftakt des Tages der Tiroler Sportpsychologie 2019.
“It’s about having a good shitty day” wurde dem jungen Willis diese Frage einst von Ken Ravizza beantwortet. Den Sportpsychologen und Supervisor lobt Willis in höchsten Tönen, hat der US-Amerikaner es zu Lebzeiten schließlich stets geschafft, über den Tellerrand zu blicken. Nämlich dorthin, wo die trainingsspezifischen Grenzen aufgezeigt werden und die Probleme des Lebens für den Athleten erst starten…

Um einige Erkenntnisse reiche - Ich bin froh mich als Freiwillige beim Workshop mit Markus Rogan gemeldet zu haben © privat

Um einige Erkenntnisse reicher – Ich bin froh mich als Freiwillige beim Workshop mit Markus Rogan gemeldet zu haben © privat

Ein wichtiger Einstieg in das jährliche Zusammentreffen von Psychologen, Trainern, Sportpsychologen & Athleten, denn die Sportpsychologie darf weit mehr sein, als mentales Training in verschlossenen Hallen. Einfach weil das Leben mit all seinen Herausforderungen vor dem Sport nicht Halt macht, sollte vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe mehr Gewicht bekommen. Darin sind sich auch die folgenden Referenten einig.

DDr. Christopher Willis eröffnete das jährliche Zusammentreffen von Psychologen, Sportpsychologen, Trainern und Athleten mit spannenden Inputs. © privat

DDr. Christopher Willis eröffnete das jährliche Zusammentreffen von Psychologen, Sportpsychologen, Trainern und Athleten mit spannenden Inputs. © privat

Ulf Haefelinger von Red Bull Salzburg fragt vor gespanntem Publikum nach dem Sinn. Nach dem Sinn der Sportpsychologie im Spitzenfußball nämlich. Inspiriert von Existentialist Viktor Frankl teilt er in Schaffens-, Erlebnis- und Einstellungswerte ein und die Botschaft dazu lautet: Es geht stets darum, SELBST aktiv zu werden, das eigene Erleben zu hinterfragen aber auch zu wissen, wie man persönlich mit Stillstand, mit schlechten Phasen umgehen kann. Weil die “letzte der menschlichen Freiheiten darin besteht, die Wahl der Einstellung zu den Dingen zu haben” sind es die EIGENEN Antworten, die entscheidend sind.

Ulf Haefelinger stellte die Frage nach dem Sinn und weiß sie für sich zu beantworten. © privat

Ulf Haefelinger stellte die Frage nach dem Sinn und weiß sie für sich zu beantworten. © privat

Dass wir den Athleten diese „Ver-Antwortung“ als Psychologen nicht abnehmen dürfen, verdeutlicht auch Schwimmstar Markus Rogan in seinem abschließenden Vortrag.
Der Ausnahmeathlet plädiert dafür, die Expertenrolle inmitten eines „Klassenzimmerfetischismus“ abzulegen und sieht die größte Verantwortung darin, auch mal nichts zu tun. Dieses Nichtstun ist es nämlich, wodurch sich Athleten genügend Raum verschaffen können, um an sich selbst zu arbeiten. Unter dem Motto „Fuck the Flow“ – wie es Ravizza einst formulierte – gilt es vielmehr, als Psychologe, Sportpsychologe oder Coach die bedingungslose Wertschätzung auch dann zu vermitteln, wenn der gefürchtete „shitty day“ zur Realität wird…

Wien- Tirol - Vorarlberg! Mit meinen lieben Kollegen Mag. Georg Hafner und Mag. Madeleine Eppensteiner beim Tag der Sportpsychologie © privat

Wien- Tirol – Vorarlberg! Mit meinen lieben Kollegen Mag. Georg Hafner und Mag. Madeleine Eppensteiner beim Tag der Sportpsychologie © privat

Ein sehr erkenntnisreicher Tag mit vielen spannenden Einsichten in die Arbeit verschiedenster Experten. Vielen Dank an die Veranstalter vom Center of Mental Excellence und den Grillhof in Vill.


Über mich
Als Psychologin arbeite ich in der Klinischen, Sport- und Arbeitspsychologie. Meine psychologische Praxis befindet sich in Tirols Hauptstadt Innsbruck, wobei ich auch als „mobile Psychologin“ österreich- und deutschlandweit unterwegs bin. In meiner psychologischen Arbeit setze ich mich vermehrt mit dem Gebrauch digitaler und sozialer Medien auseinander und schenke auch der modernen Kommunikation zunehmend Beachtung. Ganz abgesehen von den Bildschirmen, die sich um uns befinden bin ich auch sehr gerne von „realen“ Menschen umgeben und würde mich selbst als kommunikativ und offen bezeichnen. Als Psychologin schreibe ich über meine Gedanken, verfasse psychologische (Audio-)Blogs für diverse Portale, gebe Literaturempfehlungen in Form meiner Lesezeichen  und freue mich über Rückmeldungen zu meinen geschriebenen Worten.

Solltet ihr noch Fragen zu meiner Person oder meinen Leistungen haben, könnt ihr mich gerne unter johanna@constantini.at kontaktieren! Ich freue mich auch über euren Besuch auf meiner Webseite und auf meinen Social Media Kanälen!

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